Connect
To Top

Schlafen, sonnen, oder doch trainieren?

Der Sommer ist tückisch – es ist die Jahreszeit, in der man eigentlich am wenigsten Sport machen möchte, weil es so drückend heiß ist. Gleichzeitig ist es aber auch die Zeit des Jahres, in der wir unseren Körper am ehesten zur Schau stellen – müssen! Bei 30 Grad im Schatten sind Shorts und Tops quasi Pflicht, wenn man nicht dahinschmelzen möchte. Hier gilt es also, die so hart erarbeiteten MUskeln jetzt nicht verkümmern zu lassen, sondern weiter zu trainieren. Trotz 30 Grad, hoher Luftfeuchtigkeit und der chronischen Unlust, weil man doch so viel lieber am See liegen oder in der Eisdiele einen Eisbecher naschen würde. Jetzt mal ehrlich Sommerworkout, so geil kannst du gar nicht sein.

Das denke ich mir eigentlich fast jeden Tag, egal ob mein Wecker mich gerade aus Schoko-Brownie-Träumen gerissen hat, oder ich müde von der Arbeit ins Fitnessstudio hetze. Immer wieder denke ich: Das muss doch heute nicht sein. Ich bin müde. Ich fühle mich so schlapp. Es ist so heiß. Das bringt ja eh nichts, wenn ich jetzt schon so demotiviert bin. Morgen ist auch noch ein Tag.

Aber seien wir doch mal ehrlich: Wird es morgen anders sein? Ist es dann vielleicht weniger heiß, oder bin ich auf wundersame Weise ausgeruhter und so voller Elan, dass ich locker einen Marathon laufen könnte und mich im Anschluss noch auf die Hantelbank schwinge? Mutiere ich über Nacht vielleicht zu Superwoman? Oder wächst mir im Laufe des nächsten Tages vielleicht ein Regenbogen aus Motivation aus dem Hintern?

Nein, ganz sicher nicht. Das weiß ich jetzt und eigentlich immer, außer natürlich, wenn der Sport kurz bevor steht. Da vergisst man sowas leicht und die Kunst der “Motivation” ist es eigentlich nur, sich daran zu erinnern, dass das Ausfallen lassen es eben auch nicht besser macht und am Ende des Tages nur ein furchtbar schlechtes Gewissen auf einen wartet. Wie oft klingelt neuerdings mein Wecker mitten in der Nacht und wie oft denke ich daran, einfach liegen zu bleiben? Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Es ist wirklich nicht so, dass ich mich um vier Uhr morgens mit einem erwartungsfrohen Lächeln aus dem Bett schwinge, voller Vorfreude auf einen Intervallauf oder 14 Kilometer. Wenn der Wecker schrillt, rufe ich nicht völlig euphorisch “Wohoo! Yay! Ich kann es kaum erwarten, in den dunklen Morgen zu stürmen und diesen Trainingslauf zu rocken!” Viel eher übernimmt eine dunkle Macht Besitz von mir und setzt meine Körperglieder in Bewegung, um mich wie ein Zombie in Richtung Küche zu lenken. Im Halbschlaf wird dann erstmal ein großes Glas Wasser getrunken und eine Banane mit Erdnussmus bestrichen – dann setzt so langsam die Aufwachphase ein. Ehe mein Körper verstanden hat, was mit ihm passiert, steckt er schon in den Laufklamotten und die Kohlenhydrate in der Banane sacken in meinen Magen und machen erste Versuche, mich zu Bewegung zu motivieren. Fast jedes Mal ereilt mich an diesem Punkt der inbändige Wunsch, mich einfach wieder ins Bett zu legen – doch es ist zu spät, denn mit solch einer Energiebombe im Magen kann man nicht anders, als sich jetzt zu bewegen, wenn man nicht möchte, dass Erdnussmus und Banane sofort an den Oberschenkeln ansetzen.

Also trinke ich noch einen Schluck und setze mir die Kopfhörer auf, schalte meine Playlist an und schlurfe hinaus in den Tag. Das Loslaufen fällt schwer, fast so, als würde ich die Entscheidung treffen müssen, mich mit dem ersten Schritt in eine fremde Galaxie zu wagen, von der ich nicht weiß, ob ich jemals zurückkehren kann. Hinter mir höre ich mein Bett nach mir rufen und irgendwie habe ich zu wenig getrunken. Meine Beine fühlen sich hundemüde an und überhaupt, nachher habe ich einen wichtigen Termin und sollte mich vielleicht lieber ausruhen, anstatt als einziger Mensch der Stadt um diese Uhrzeit auf den Beinen zu sein.

Jetzt hilft nur: Augen zu und hinein in die fremde Galaxie, bevor mein Kopf mich restlos davon überzeugt, dass ich wieder reingehen sollte. Die ersten 50 Schritte sind total ungelenk, die nächsten 50 nervig, aber dann, oh Wunder, beginnt es, Spaß zu machen. Etwas, das ich noch vor fünf Minuten niemals erwartet hätte. Innerhalb von Sekunden ist mein ganzer Körper wach und quicklebendig und ich fühle mich unendlich frei und stolz, mich so großartig “motiviert” zu haben.

Der Trick an der “Motivation” ist nicht, eurer Training mit einem strahlenden Lächeln und voller Vorfreude zu beginnen, sondern manchmal eben ein innerer Kampf gegen euch selbst, den ihr mit kleinen Tricks gewinnen könnt. Setzt euch ein Ziel – meldet euch zu einem Lauf an und legt einen Trainingsplan fest, bei dem ihr ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn ihr ein Training ausfallen lasst. Überlistet eure Faulheit, in dem ihr einen reichhaltigen Müsliriegel esst oder eben die besagte, unfassbar leckere Banane mit Erdnussmus, die einfach abtrainiert werden muss, weil sie als Snack ein wenig zu mächtig ist. Erzählt anderen, dass ein Training ansteht – sie werden euch fragen, wie es war und ihr werdet verlegen drein gucken, wenn ihr stattdessen faul im Bett gelegen habt. Und nicht zuletzt lässt es sich auch im Freibad besser sonnen, wenn man von den Glückshormonen durchströmt wird, die einen seit dem Training begleiten.

Und wenn ihr mal richtig viel Motivation braucht, dann denkt an das leckere Essen, das ihr euch nach dem Sport gönnen dürft – zum Beispiel proteinreiches Fruchteis oder leckere Frühstückspancakes!

Jennys Fitness Kolumne auf beingfitisfun

Leave a Reply

More in Fitness-Kolumne

 

Bleib auf dem Laufenden!

 

Erhalte alle 2 Wochen die besten Tipps und Artikel aus den Bereichen:

Lass einfach Deine E-Mailadresse hier und erhalte zusätzlich mein Oatmeal-Rezepte-eBook!

Jetzt zum Newsletter anmelden!