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Laufbericht: Nike+ Run to the Beat 2013, Londons Musik HalbmarathonRace Recap: Nike+ Run to the Beat 2013, Londons Music Half Marathon

Ich habe es geschafft: Ich bin den RTTB Run to the Beat Halbmarathon in London gelaufen! Es war mein allererster Halbmarathon, für den ich monatelang traininert habe – und das harte Training war er wirklich wert!

Ich bin für vier Tage nach London geflogen – einen Bericht über meinen Trip inklusive meiner Shopping-Tour und einer Nike Train2Run Session mit Laufcoach Gil Cramer findet ihr hier.
Der Halbmarathon fand am Sonntagmorgen statt und ich hatte große Angst, dass mein Wecker nicht klingeln würde (was die Verlässlichkeit meines iPhones angeht, bin ich vorsichtig geworden) – aber vor lauter Aufregung bin ich schon um vier Uhr aufgewacht! Ich habe dann ein Hörbuch gehört, um etwas “runterzukommen”. Mir war ganz schlecht, denn trotz der monatelangen Vorbereitung, all den Zweifeln, meiner Verletzung und natürlich der grenzenlosen Vorfreue, kam dieser Tag nun viel zu schnell! Es fühlte sich so unwirklich an, dass ich gleich würde beweisen müssen, dass sich mein Training gelohnt hatte!

Da ich am Abend Hühnchen und weißen Reis gegessen hatte (ganz schlechte Kohlenhydrate, ich weiß, aber ich fühlte mich danach), fühlte ich mich noch immer relativ satt und frühstückte nur ein kleines Bircher Müsli und Früchte. Während ich mich anzog und meine Utensilien zusammenpackte, fühlte ich mich auf einmal verdammt unvorbereitet. Ich war noch nie die vollen 21 Kilometer gelaufen und mir kamen Zweifel. War ich wirklich bereit? Was hatte ich mir überhaupt dabei gedacht, mich für einen Halbmarathon anzumelden? Vielleicht sollte ich einfach im Hotel bleiben, niemand würde jemals erfahren dass ich nicht mitgelaufen war … Aber diese Gedanken verscheuchte ich ganz schnell, indem ich mich daran erinnerte, wie har tich für diesen einen Tag trainiert hatte. Ich war sehr gut vorbereitet, auch wenn es mir in diesem Moment nicht so vorkam. Meine Zeit war definitv gekommen!

Run to the Beat 2013 London

Um 7 Uhr verließ ich das Hotel, um zum London Pier zu fahren, wo der Thames Clipper zum Greenwich Pier auf mich wartete. Die Stadt begrüßte mich mit strahlend blauem Himmel – kein Vergleich zu den verregnten letzten Tagen!
London Big Ben RTTB London Skyline RTTB

Die Straßen waren noch menschenleer und die Stadt wirkte so friedlich und majestetisch. In dieser Umgebung zu laufen ist sicherlich ein erhabenes Gefühl – bei meinem nächsten London-Trip steht ein Morgenlauf an der Themse in jedem Fall auf meiner to-do Liste
Den Thames Clipper für die Fahrt nach Greenwich zu buchen, war defintiv die richtige Entscheidung, denn die zwanzig-minütige Fahrt war nicht nur schneller als die Anreise mit Bus & Bahn, sondern bot auch atemberaubende Blicke auf die Skyline von London! Das Boot war voll mit RTTB-Läufern und die Atmospähre war elektrisiert von Aufregung & Vorfreude!
London Skyline RTTB IMG_0809

London RTTB 2013

Ich war verdammt erleichtert, dass ich nach Verlassen des Clippers nur den hunderten grün bekleideter Männchen hinterherdackeln musste – auf mich allein gestellt hätte ich mich garantiert mal wieder verlaufen (so wie am Vortag, als ich “nur” mein Racepack im Greenwich Park abholen wollte und letztendlich 1,5 Stunden damit verbracht habe, einmal hektisch um den ganzen Park irren … Solche Erlebnisse sind dank meiner unfassbar schlechten Orientierung leider keine Seltenheit 😉 )

Um zum Startbereich zu kommen, mussten wir einen enormen Hügel bezwingen – und das war leider auch genau der, den wir beim Zieleinlauf nochmals vor uns hatten. Hier konnte man nicht gerade von Vorfreude sprechen – mir taten bereits beim hochGEHEN die Füße so weh, dass ich keine große Hoffnung darauf hatte, nach 20 gelaufenen Kilometern auch noch diesen Hügel im Trab zu erklimmen. Glücklicherweise war ich nicht allein mit meinen düsteren Gedanken: Um mich herum munkelten die Engländer, dass sie dieses Stück wohl würden gehen müssen, begleitet von Ächszen, Stöhnen und Seufzern. Aber war ich wirklich hierher gekommen, um mich wegen einer Steigung von 7% von einem grandiosen Zieleinlauf abhalten zu lassen? Nein, komme was wolle, so lange mir keine Sehnen rissen oder ich vor erschöpfung ohnmächtig wurde, würde ich RENNEN. Auch diesen Hügel hoch!

Das war die Streckenkarte:
Run to the Beat 2013 London course map

Das Läufer-Village war riesig und dank des traumhaften Sonnenscheins wirkte die Kulisse im Greenwich Park schier märchenhaft! Natürlich gab es neben de Sponsoren-Zelten auch jede Menge Futterbuden, an denen die Läufer im Anschluss an den Lauf ihre Batterien wieder auffüllen konnten! Das Highlight war jedoch die riesige Bühne, auf der den Läufern bereits vor dem Start mit Musik eingeheizt wurde!

Ich Habe das Warm-up verpasst, aber gerade bei solch großen Läufen wird das ohnehin überbewertet. Was nutzt es mir, mich eine halbe Stunde vorm Start war, zu hopsen, wenn ich dann bis zum Laufbeginn im Startbereich zwischen Hunderten Läufern eingeklemmt bin und wieder auskühle? Zumal der Start sich bei RTTB ohnehin um mindestens 20 Minuten verzögerte – das gab mir immerhin die Chance auf einen letzten Toilettenbesuch 😉 Just in dem Moment, in dem ich mich wieder in den Startbereich einreihen wollte, setzte sich das türkise Läuferfeld auch schon in Bewegung – perfektes Timing 😉
Jetzt war es also so weit: mein allererster Halbmarathon begann! Für den nächsten Kilometer war das mein letzter Gedanke, denn die Atmosphäre im Startbereich war so überwältigend, dass ich die Glücksgefühle erst mal schnell verarbeiten musste 😉
Run to the Beat 2013 London
Run to the Beat 2013 London

Die Laufstrecke war gefühlt in einiges auf und ab! Ich laufe normalerweise ja nur in Hannover, und da haben wir nicht gerade besonders viele Strecken mit Steigung. Ich bin also eine echte Flachlandläuferin und hatte etwas Panik, dass die hügelige Strecke in Greenwich mir schwer zusetzen würde. Glücklicherweise hatte ich zwei Wochen vorher noch zwei Laufband-Läufe mit bis zu 10% Steigung absolviert und in glaube genau das war meine Rettung in London! Meine Angst vor den Steigungen wich mit der Zeit, vor allem als die ersten drei Kilometer überstanden waren und ich meinen Lauf-Flow fand – und als ich merkte, dass die Steigungen weder meine Geschwindigkeit noch meinen Puls beeinträchtigten, begann ich sogar, mich auf die Hügel zu freuen 😉

Run to the Beat 2013 London Run to the Beat 2013 London

An der vierten Meile passierte dann etwas, das auf gar keinen Fall bei einem Lauf dieser Art passieren darf: ich saß völlig unvermittelt in einem Stau fest! Mindestens fünf bis zehn Minuten stand ich eingequetscht in einer wütenden Läufermenge, die darauf wartete, durch eine enge “Öse” vorwärts zu kommen. Kurz nach mir wurden die Absperrungen, die den Stau verursacht hätten, übrigens von der Polizei entfernt – besser spät als nie, jedoch half das uns, die wir aus dem Lauf gerissen wurden, wenig. Wer Bestzeiten angestrebt hatte, konnte diese jetzt vergessen. Ich persönlich hatte großes Glück, dass der Stopp mich überhaupt nicht negativ beeinflusst hatte. Meine Beine waren noch immer federleicht und meine Laune ungetrübt, denn Hey: ich war in London und lief meinen ersten Halbmarathon. So what? Andere Läufer hatten weniger Glück. Ich habe später Diskussion auf Facebook und Twitter verfolgt, in denen Läufer davon berichteten, durch das weiterlaufen nach dem langen Stopp Verletzungen davon getragen zu haben. Einige von ihnen werden noch monatelang an RTTB denken, nämlich jedes mal, wenn sie mit Krücken vorwärts humpeln! Ich kann wirklich nur dankbar sein, dass ich so ein Glück hatte!
Run to the Beat 2013 London barracks
Run to the Beat 2013 London barracks

Während des ganzen Laufs fühlte ich mich wie auf Wolken! Es gab so viel zu sehen, von typischen englischen Häuserreihen, über den Hafen mit Blick auf die Themse, die mit Zuschauern überquellenden Straßen von Greenwich und nicht zuletzt die ambitionierten Läufer, denen ich mit bewundernden Blicken hinterher sah, wenn sie an mir vorüberzogen. Ich selbst lag gut in der Zeit – und freute mich einfach nur riesig, dass ich hier war.

Run to the Beat 2013 London Run to the Beat 2013 London Run to the Beat 2013 London

Der Halbmarathon war ja als “Musikmarathon” angekündigt worden – sonderlich viel Musik war aber leider nicht zu hören. Klar, an einigen Stationen (vielleicht 8 Stück) wurde gute Musik gespielt, die ein langsamer Läufer wie ich ungefähr dreißig Sekunden lang gut hören konnte. Einige Musikstationen waren sogar “tot” – dort war weder ein DJ noch der Hauch von Musik vorhanden. Ich war froh, dass ich mein iPhone inklusive Laufplaylist dabei hatte, denn sonst wären das sehr stille 2:22 Stunden geworden!
Run to the Beat 2013 London Run to the Beat 2013 London

Die Zeit verflog regelrecht und ich hatte verdammt viel Spaß bei meinem ersten Halbmarathon! Ich bin immer noch völlig überwältigt!  Ich hatte erwartet, dass mein von einer Verletzung vorbelasteter Fuß sich melden würde, dass ich Seitenstiche bekommen und um letzte Kraftreserven kämpfen müsste – doch alles in allem war der Lauf ziemlich entspannt! Ich fühlte mich, als hätte ich Flügel (naja  -genau genommen hatte ich ja auch welche 😀 ) und fühlte mich so stark und sicher wie noch nie zuvor bei einem Lauf.  Na klar, hin und wieder gab es Phasen, in denen ich das Gefühl hatte, meine Kraft würde schwinden, doch die Anfeuerungsrufe der Zuschauer und die Blicke auf meine GPS-Uhr, die einen Pace von 6:15 zeigte, motivierten mich immer wieder aufs Neue!

Und dann kam er, der bereits im Vorfeld mit Schrecken erwartete 7% Anstieg am Ende der Strecke. Gil Cramer, Nike UK Laufcoach, hatte mir am Vortag schon verraten, was da auf mich zukommen würde, und ich war im ersten Moment extrem geschockt. Aber da ich von Anfang an wusste, dass der Anstieg kommen würde, machte er mir nun überhaupt nichts mehr aus (meine Kräfte hatte ich mir nämlich weise eingeteilt) und so konnte ich viele mit sich ringende Läufer spielend einfach überholen! Und dann passierte etwas völlig verrücktes: Ich genoss den Hügel sogar! Dank meines “runners high” fühlte ich mich, als könnte ich als nächstes auch den Mount Everest hinauf joggen 😉

Run to the Beat 2013 London
Run to the Beat 2013 London

Ich kam nach genau 02:22:18 ins Ziel – das war die offizielle Zeit, den “Stau” mitten im Rennen eingerechnet. Für mich ein tolles ergebnis, denn ich wollte unbedingt unter 2:30:00 bleiben. Und außerdem zeigte meine Nike+ Sportswatch eine Zeit von 2:17:00 (die hatte ich nämlich im “Stau” pausiert), also war ich vermutlich sogar schnelle als das offizielle Ergebnis vermuten lässt 🙂

Ein Highlight war in jedem Fall auch das Konzert von Jessie J, bei dem alle Finisher trotz Erschöpfung so richtig abfeierten!

Jessie J. RTTB 2013 London

 

Insgesamt hatte ich einen wirklich wunderschönen Tag und einen fantastischen ersten Halbmarathon in meiner Lieblingsstadt! Auf Facebook gab es einige negative Stimmen zum Run to the Beat, denen ich in einigen Punkten zustimmen kann:Run to the Beat 2013 London

  • Der Stau mitten im Lauf – einige Läufer haben sich durch die 8 minütige, aprupte Pause sogar verletzt!
  • enge Straßen
  • wenig Musik auf der Strecke
  • keine Gels oder Energiegetränke
  • Am Ende gab es lediglich eine Wasserflasche – alles darüber hinaus musste gekauft werden
  • Am Bag-Drop gab es nach dem Lauf ein riesiges Chaos, da die Zelte weggeweht wurden und alle Rucksäcke und Taschen quer verstreut lagen. Einige Läufer mussten im Regen mehr als eine Stunde auf ihre Sachen warten – andere kletterten einfach über die provisorischen Barikaden und holten sich ihre Tasche selbst

Das Organisationsteam des RTTB entschuldigte sich im Nachhinein für die vielen Probleme und erstatte 10 Pfund der Laufgebühr – darüber hinaus erreichte mich kurz danach auch noch ein Nike Laufshirt und eine Entschuldigungskarte. Ich denke dass man sich nicht besser verhalten kann – Hut ab dafür! Ich würde in jedem Fall sehr gerne erneut teilnehmen – aus Fehlern lernt man schließlich 😉

Hier findet ihr übrigens meinen Halb Marathon Trainingsplan (kilometres and miles)!

half marathon training schedule miles half marathon training schedule kilometres

 

4 Comments

  1. Leah

    13. September 2013 at 12:54

    Congratulations on finishing your first ever half marathon! RTTB was my first last year, and even though it was a terrible race (lots of the things you mentioned happened last year too) it was still THE BEST EVER because OH MY GOSH I RAN A HALF MARATHON! And nothing can take away from that buzz. You did fantastically, good on ya! xx

  2. Redaktion

    jennastrack

    13. September 2013 at 13:38

    Yes Leah, I totally agree – it was my first half so I guess nothing could have stop me from loving it 😉 I wish you so much fun on your upcoming half in London! Wish I could be there too! Maybe we’ll run RTTB 2014 together? 😉 xx

  3. Elle Linton

    16. September 2013 at 11:49

    Fab post and the pictures are awesome! RTTB was my first and only half marathon last year! Was with Leah this year cheering everyone on, and made me really want to run it again! so maybe next year 🙂
    Well done!

  4. Redaktion

    jennastrack

    16. September 2013 at 11:58

    Oh, you were one of the nice girls handing out sweets 🙂 I saw a few people doing this and it made me smile every time! I’ll definitely take part on next years RTTB gain, so maybe we’ll meet there 😉

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