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Zeit für Veränderungen: Was neu ist, ist gut – oder?

Zeit für Veränderungen? Jennys Fitness-Kolumne auf Being Fit Is Fun

Es kommt der Tag, an dem man spürt, dass es Zeit für einen neuen Weg ist. Das war bei mir der Tag, an dem ich mir ganz heimlich still und leise so viele überflüssige Kilos angefuttert hatte, dass selbst mein zwanzig Zentimeter größerer Freund leichter war als ich. Man stelle sich die Situation vor: Er sitzt auf einer Wippe, ich setze mich dazu, auf die andere Seite. Und klaaaaaaack. Ich krache auf meinen Hintern, während mein Freund hoch oben in der Luft hockt und mich amüsiert angrinst und twischert „Ha, ich bin leichter als du!“. Nein, das war gar nicht schön. Aber ich bin dankbar, denn das war mein Start in ein gesundes Leben mit gutem Essen, viel Sport und viel mehr Glück.

Dann gibt es den Tag, an dem man morgens aufwacht und denkt: Verdammt, ich will mir jetzt ein richtig großes Ziel setzen. Ich will etwas machen, das andere vermutlich immer nur bewundern werden, weil sie sich niemals dazu aufraffen könnten. Etwas, das für einen selbst bis vor kurzem nahezu unmöglich gewesen wäre. Aber genau deswegen will man es machen. Für mich war das erst der Halbmarathon, dann der Marathon. Mittlerweile kann ich mir sogar vorstellen, einen Ultramarathon zu laufen. Was ist schon dabei, das Unmögliche möglich zu machen?

Die wirklich wichtigen Tage sind die, an denen man auf das zurückblickt, was man bisher so getrieben hat, und an denen man feststellt: So, wie es jetzt ist, ist es eigentlich ganz gut. Aber wenn man etwas ändert, kann es trotzdem noch besser werden. Sei es die Ernährungsumstellung, die Vorbereitung auf einen Lauf oder ein neuer Weg im Job.

So ging es mir kürzlich. Ich habe fünf Jahre lang in einem tollen Unternehmen gearbeitet, das mir viel ermöglicht und noch mehr beigebracht hat. Ich habe dort fantastische Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und aufregende Projekte begleitet. Ich hatte ein junges, starkes Team, in dem wir viele Ideen gesponnen und umgesetzt haben. Wir hatten Spaß im Büro und ich habe mich in meine Arbeit hineingekniet, weil ich es so sehr gemocht habe. Gemocht habe? Ja, auch hier kam nämlich der Tag, an dem mir bewusst wurde, dass ich alles erreicht hatte. Dass es zwar gut war, so wie es war – aber dass es auch noch besser gehen musste. Dass ich mich als Mensch dort einfach nicht mehr weiterentwickeln konnte und irgendwie auch nicht wollte. Es war Zeit für etwas Neues – doch in der heutigen Zeit wechselt man nicht einfach so einen Job, oder?

Wie bei allen Entscheidungen zur Veränderung gilt: Es muss nicht leicht sein, nicht risikofrei und erst recht nicht ohne Einschränkungen. Wer seine Ernährung umstellt, wird Entzugserscheinungen vom fehlenden Zucker bekommen und das Essen wird ohne die Geschmacksverstärker in der ersten Zeit fade schmecken. Wer sich entschließt, laufen zu gehen oder im Fitnessstudio zu trainieren, wird schwitzen, vor Erschöpfung der Ohnmacht nahe sein, Schmerzen haben und sich am nächsten Tag vor Muskelkater kaum bewegen können. Vielleicht ist es deshalb so schwer, sich zu Veränderungen durchzuringen: Sie tun weh. Doch irgendwann sind sie unerlässlich, wenn man möchte, das etwas besser wird.

Und so habe ich mich zu einer weiteren Veränderung durchgerungen: Ich wechsele meinen Job. Gehe zu einem neuen, viel kleineren Unternehmen, mit anderen, aber ebenfalls tollen Kollegen – eine reine Jungstruppe, die ich mit meinen Smoothies und pinken Turnschuhen aufmischen werde. Ich freue mich riesig darauf, neue Dinge kennenzulernen, aus anderen Perspektiven zu schauen, ein cooles Projekt voran zu treiben und verstärkt mit anderen Bloggern zusammenzuarbeiten. Als ich dieses Angebot bekam, musste ich im Grunde nicht lange überlegen – der Job war wie gemacht für mich.

Dennoch fiel die Entscheidung nicht leicht – natürlich nicht. Ich werde sicher einige Dinge in meinem alten Unternehmen vermissen. Die 400 Kollegen um einen herum, dank denen man an jedem Tag in der Kantine das Gefühl hat, wieder jemand Neues zu erblicken. Die Bandbreite an Berufen, die sich dort tummelt, angefangen vom Redakteur bis zur PR-Assistentin oder den Marketingleuten. Ich werde mein Team vermissen, meinen Sport-Buddy, der die besten Supplement-Tipps überhaupt gibt, meinen Kollegen aus dem Sport-trifft-Technik-Ressort, der mir die neueste Polar-Uhr vorführt, die er zum Testen bekommen hat, und ganz besonders meine liebste Freundin und Kollegin, mit der ich die Ausbildung gemeistert habe.

Ja, es ist schwer, sich nun zu verabschieden. Genauso schwer, wie die ersten Kilometer während eines Marathons. Anfangs fragt man sich: Ist es das wert? Doch je weiter man läuft, desto klarer wird einem, dass es nur diese eine Richtung nach vorne gibt. Aufgeben gilt nicht. Und wenn man dann über die Ziellinie prescht und seine Finisher-Medialle umgehangen bekommt, weiß man, wieso man sich entschlossen hat, dieses Abenteuer in Kauf zu nehmen. Man hat sich verändert, ist stärker geworden. Und man ist glückserfüllt. Endlich wieder.

In diesem Sinne: Ändert etwas, wenn ihr auch nur eine Sekunde denkt, es könnte besser sein. Das Leben ist zu wertvoll, um es nicht voll auszukosten. Wagt etwas, stürzt euch in unbekannte Gewässer und tut das, was euch glücklich macht. Macht jeden Tag zum besten eures Lebens!

Jennys Fitness Kolumne auf beingfitisfun

6 Comments

  1. Adrienne

    28. July 2014 at 19:28

    Was für eine wunderschöne Kolumne Jenny!!! Da kriegt man man ja fast ein bisschen Pipi in den Augen.

  2. Stefanie

    28. July 2014 at 19:47

    Liebe Jenny,
    ich liebe deine Kolumne! Als ich diesen Beitrag gerade gelesen habe, habe ich ein bisschen Gänsehaut bekommen und ich muss dir ehrlich sagen, dass mich deine Worte gerade heute sehr aufbauen. Bei mir hat heute nämlich auch ein neuer Abschnitt angefangen – heute war der erste Präsenzphasentag meines Masterstudiums. Und nachdem heute Morgen so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen konnte, habe ich meine Entscheidung für das Zweitstudium mal wieder in Frage gestellt. Da ist es schön zu lesen, dass auch andere den Schritt wagen und ins kalte Wasser springen. Mach weiter so!

    Viele Grüße aus Saarbrücken!

  3. Jenny

    Jenny

    29. July 2014 at 09:04

    Danke dir, liebe Steffi! Ich hoffe du bekommst ganz schnell ganz viel neue Motivation! Ich glaube Zweifel gehören einfach dazu und sie zu überwinden ist die eigentliche Kunst. Ohne Steine im Weg wäre es ja auch viel zu langweilig 😀 Was studierst du denn noch nebenbei?

  4. Jenny

    Jenny

    29. July 2014 at 09:05

    Du Süße, Adrienne 🙂 Danke dir!

  5. Mel

    29. July 2014 at 16:38

    Ach liebe Jenny, jetzt denke ich doch wieder drüber nach, etwas zu verändern, obwohl ich mich schon dagegen entschieden hatte! Danke dafür! Wer weiß wozu es gut ist! 🙂

  6. Jenny

    Jenny

    29. July 2014 at 20:03

    Das klingt ja geheminisvoll, Melli 🙂 Egal was es ist: Trau dich, wenn du glaubst, es macht dich glücklicher <3

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